Scharfes Alkohol und Zigaretten-Verbot

Erstellt 10.03.09, 12:29h, aktualisiert 10.03.09, 13:14h

Kein Bier, kein Wein und keine Zigaretten: Jugendliche in Frankreich müssen künftig bis zur Volljährigkeit ganz auf diese Genussmittel verzichten. Im Kampf gegen Saufgelage Minderjähriger sieht dies ein neues Gesetz zum französischen Jugendschutz vor.

15-Jährige
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Eine 15-Jährige trinkt Bier (Illustration zum Thema Jugend und Alkohol). auch in Deutschland trinken mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche in Deutschland exzessiv und gesundheitsgefährdend Alkohol. (Bild: dpa)
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Eine 15-Jährige trinkt Bier (Illustration zum Thema Jugend und Alkohol). auch in Deutschland trinken mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche in Deutschland exzessiv und gesundheitsgefährdend Alkohol. (Bild: dpa)
PARIS - Im Kampf gegen lebensgefährliche Saufgelage und Nikotinabhängigkeit im jungen Alter beschloss die französische Nationalversammlung am Montagabend, den Verkauf von Alkohol und Tabakwaren an unter 18-Jährige komplett zu verbieten. Bislang durften junge Männer und Frauen wie in Deutschland ab 16 Jahren zu Zigaretten und Getränken mit geringem Alkoholgehalt greifen.
Damit das neue Gesetz zum Jugendschutz in Kraft treten kann, muss noch der Senat zustimmen. Die Verabschiedung in der zweiten Parlamentskammer gilt jedoch wegen der Mehrheitsverhältnisse als sicher. Hintergrund des Verbotsinitiative war vor allem die Sorge der Regierung vor einer weiteren Zunahme von exzessiven Trinkgelagen. In Frankreich hat sich in den vergangenen Jahren das sogenannte „binge drinking“ („Komatrinken“) verbreitet, bei dem Jugendliche sich in möglichst kurzer Zeit bewusst massiv betrinken.
Neben dem Alkohol- und Tabakverbot für Minderjährige beschlossen die Abgeordneten auch Einschränkungen für Tankstellenbetreiber, Internetwerbung sowie Bars und Discos. An Zapfstationen soll künftig nur noch zwischen 8.00 und 18.00 Uhr Alkohol verkauft werden dürfen. Gekühltes Bier oder gekühlter Schnaps sind nach dem Gesetz ganz tabu. Im Internet sollen nicht ausdrücklich angeforderte Werbemails oder Aufklappfenster mit Alkoholwerbung untersagt sein. Auch sogenannte Flatrate-Partys mit Alkohol zum Pauschalpreis in Bars und Discos stehen vor dem Aus. (dpa)